MIT, und das bleibt so
Der Kern ist MIT-lizenziert. Das ist eine Aussage darüber, was du damit tun darfst, nicht ein Abzeichen.
Was die MIT-Lizenz erlaubt
Nutzen, kopieren, ändern, weitergeben, verkaufen. Kommerziell und privat. Die einzige Bedingung ist, dass der Lizenztext und der Urheberrechtsvermerk mitgehen.
Was sie dir nicht abverlangt: du musst deine Änderungen nicht veröffentlichen. Wenn du TILL für dein Unternehmen anpasst, gehört diese Anpassung dir, und du schuldest niemandem den Code dafür.
Und sie kommt ohne Garantie. Das ist bei Software, die Bücher führt, keine Formalie: die Verantwortung für deine Buchhaltung bleibt bei dir, und die Aufbewahrungspflicht nach OR Art. 958f trifft dich, nicht uns.
Warum nicht AGPL
Die AGPL verlangt, dass auch wer die Software nur über ein Netzwerk anbietet, den Quellcode seiner Version herausgibt. Für ein Projekt, das genau das verhindern will, ist das die richtige Wahl.
Für uns ist es die falsche, und zwar aus einem sehr konkreten Grund: sie schliesst das Open-Core-Modell aus, mit dem wir das hier finanzieren wollen. Ein Unternehmen, das TILL intern anpasst, müsste unter AGPL abwägen, ob es sich damit eine Offenlegungspflicht einhandelt. Diese Frage soll niemand stellen müssen.
Das ist ein Trade-off und keine Überlegenheit. Die AGPL schützt Nutzerfreiheit stärker als MIT. Wir haben uns für die Lizenz entschieden, die Verbreitung und ein tragfähiges Geschäftsmodell zusammenbringt, und sagen das lieber offen, als es als Prinzipienfrage zu verkleiden.
Womit wir Geld verdienen wollen
bexio-Preise Stand 01.03.2026
Der Kern ist frei und bleibt frei. Geplant ist später eine in der Schweiz gehostete Cloud-Variante für Teams, die Banking, Backups und den Betrieb nicht selbst machen wollen. Das ist die bezahlte Ebene.
Was sie kostet, wissen wir nicht, weil es sie nicht gibt. Wir erfinden hier keinen Preis. Zum Vergleich, was der Markt heute verlangt: bexio veröffentlicht Preise von 35 Franken im Monat für Basic bis 119 Franken für Ultimate.
Die lokale Anwendung braucht die Cloud nicht. Sie ist vollständig ohne sie, und das ist die Zusage, auf die es ankommt.
Sauber gebaut, ohne fremden Code
TILL ist Clean Room. Was wir über Schweizer Buchhaltungssoftware wissen, stammt aus öffentlichen Schnittstellen-Dokumentationen und daraus, dass der Eigentümer seine eigenen Konten benutzt. Kein Code, keine Oberflächen, keine Gestaltungselemente von jemand anderem.
Das ist kein Höflichkeitssatz. Kopierter Code würde ein MIT-Repository vergiften: wir könnten die Lizenz nicht mehr geben, die wir geben, und jeder, der TILL einsetzt, hätte das Problem geerbt.
Der Quellcode ist noch nicht öffentlich
Stand Juli 2026
Es gibt heute kein öffentliches Repository, und wir verlinken auch keines, das erst später existiert. Ein Link auf einen 404 wäre schlechter als gar kein Link.
Öffentlich wird der Code, wenn das Hauptbuch echt ist: wenn TILL Bücher führen kann, die jemand tatsächlich abgeben würde. Ein Repository, das man nicht sinnvoll benutzen kann, kostet Vertrauen statt es aufzubauen.
Die Lizenz steht davon unabhängig fest. MIT ist entschieden, nicht in Aussicht gestellt.
Verfolg mit, wie es weitergeht.